2.3.2 ARP, ICMP

Wir beschreiben hier zwei Protokolle, die um das IP-Protokoll herum operieren. Während das ARP-Protokoll eine Verbindung zwischen den IP-Adressen und den eigentlichen Netzknoten herstellt, liefert das ICMP-Protokoll Informationen über den Zustand des Netzes. Beide Protokolle sind hinsichtlich der Administration wartungsfrei, ihre Erwähnung dient an dieser Stelle also lediglich dem Verständnis.

ARP

Für das Funktionieren des IP-Protokolls ist notwendig, dass jeder Netzknoten im Sinne der besprochenen Vorgaben eine eindeutige IP-Adresse besitzt. Dabei darf man sich, aus der Sichtweise der Hardware, einen Netzknoten als Netzwerkadapter (NIC) vorstellen, der, wieder mit Einschränkungen, eine weltweit eindeutige MAC-Adresse besitzt. Es ist also ein Protokoll notwendig, das IP-Adressen in MAC-Adressen übersetzt und umgekehrt. Genau das wird vom ARP-Protokoll (address resolution protocol) besorgt. Das ARP operiert wie das IP-Protokoll auf dem OSI-Layer 3 und koppelt also IP-Adressen mit den entsprechenden MAC-Adressen, wobei diese Zuordnungen in einfachen Tabellen gespeichert werden.

Ist ein Paket zu adressieren, so sucht jeder Host zunächst in der eigenen ARP-Tabelle (Address Resolution Cache) nach der gesuchten MAC-Adresse. Im erfolglosen Fall wird ein ARP-Request in Form eines Broadcasts abgeschickt, der von jedem Host des (Sub)Netzes empfangen wird. Der entsprechende Host schickt dann ein ARP-Reply, das die eigene MAC-Adresse enthält, an den anfragenden Host zurück, der die Adresse in seiner Tabelle speichert. Die Funktionsweise zeigt auch folgendes Flussdiagramm:

Auch die umgekehrte Vorgangsweise gibt es und zwar als RARP (Reverse ARP). Dabei wird ein RARP-Server verwendet, der alle Zuordnungen im Netz kennt. Die Wartung seiner Adresstabelle erfolgt über RARP-Requests, bei dem ein Host seine MAC-Adresse schickt und im ARP-Response seine IP-Adresse erfährt. Das Verfahren ist dann von Bedeutung, wenn Terminals (diskless workstations) ihre gesamte Software von einem Server downloaden.

ICMP

Das ICMP-Protokoll (Internet Control Message Protocol) ermöglicht auf IP-Ebene das Anfordern und Versenden von Kontrollnachrichten, die die Hosts über den Zustand des Netzes oder einzelner Hosts unterrichten. Es ist im IP-Protokoll implementiert, wenn es auch genau genommen ein ULP (Upper Layer Protokoll) des IP-Protokolls ist. Anzusiedeln ist es wahrscheinlich irgendwo zwischen den OSI-Layern 3 und 4. Die Nachricht selbst ist im Datenteil des IP-Datagramms untergebracht.

Die Nachrichten selbst werden bestimmten Typen zugeordnet, ein Code-Feld liefert allenfalls Näheres. Die folgende Tabelle erläutert die verschiedenen Typen:

Type Bedeutung Erklärung
0 Echo reply Testdaten, unverändert retournieren (ping).
3 Destination unreachable Die genaue Ursache (Host, Port, Route, uam.) wird mitübertragen.
4 Source quench Zeigt an, dass der Host mehr Datagramme erhalten hat, als er verarbeiten kann.
5 Redirect (Change a Route) Teilt den Hosts die Adresse des Gateways mit, das eine bessere Route hat.
8 Echo request ping
11 Time exceeded for a datagram Falls ein Gateway ein Datagramm killt (TTL=0) oder ein Fragment nicht ankommt (Timeout)
12 Parameter problem on a datagram Bei Interpretationsproblemen des IP-Headers
13 Timestamp request Erlaubt Zeitmessungen und -sychronisation im Netz
14 Timestamp reply
15 Information request Der Host kann seine NetzID erfragen
16 Information reply
17 Address mask request Der Host kann seine Subnetzmaske erfragen
18 Address mask reply

 


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